GEZ-Spam

24. Januar 2007, 15:41:02

Über 150 Euro. Für Dezember. Da hab ich doch schon so wahnsinnig viel GEZahlt, weil sich dieses Behördenmonstrum nicht vorstellen kann, dass ich seit dem Irak-Krieg ohne Fernseher glücklicher lebe. Und jetzt noch mal so ‘ne hohe Rechnung.

“Detaillierte Rechnung anbei.” In einer ZIP-Datei!

Das heißt: Das ist ein Virus/Wurm oder ähnlicher Müll. Gestern kam das Ding bei mir an, heute konnte man mir an der Hotline sagen, dass das ein ehemaliger Mitarbeiter gemacht habe (noch einer mit Brass auf die GEZ…), die Staatsanwaltschaft sei eingeschaltet. Die Kundennummer in der E-Mail ist falsch, sie ist nämlich zehnstellig. Die echten sind neunstellig.

Leider konnte die GEZ ihre Kunden nicht mit Warn-E-Mails versorgen, deshalb solltenmeine ich, dass alle, die die Möglichkeit dazu haben, Warnungen vor der Spam-Mail verbreiten sollten!

Wie wenn man nicht schon genug Ärger mit dem Verein hätte!

Skandal!

17. Januar 2007, 14:29:51

Liebe Polizei!
Du musst unsere Daten schützen. Denn das Strafrecht gilt auch für Dich: Wenn Du unsere geheimen Daten verrätst, kannst Du bestraft werden. Und wenn Du vorbestraft bist, musst Du hoffen, dass das niemand ins Internet stellt. Mit Name und Adresse und so. Könnte unangenehm werden. Vor allem, wenn Du gerade eine neue Arbeit suchst… Und ganz besonders, wenn die Vorstrafe im normalen Führungszeugnis gar nicht mehr auftaucht, nur noch in dem für Behörden. Und wenn die Info dann ca. ein Jahr lang im Internet bleibt…

"Tröste Dich, es könnte schlimmer kommen.
Ich tröstete mich, und es kam schlimmer":

Auch nachdem schon darüber berichtet worden war, konnten die Daten leider nicht gelöscht werden. Und selbst, als sie gelöscht waren, waren sie immer noch abrufbar.

Am Mittwoch gegen 14:00 Uhr sind die Daten nicht mehr im Google-Cache. Ob sie noch woanders sind, werde ich jetzt nicht recherchieren. Aber es wäre wohl ein Wunder, wenn das niemand abgespeichert hätte: Vom Personal-Recruiter über den Vermieter bis zum Erpresser reicht Liste potentieller Kunden. Private Krankenversicherungen nicht zu vergessen.
Die Polizei Darmstadt hat sich bis jetzt noch nicht offiziell geäußert.

Hoffentlich arbeitet man in Halle sorgfältiger.

Schreck in der Abendstunde

14. Januar 2007, 23:01:32

Bei der Recherche für einen bezahlten (Juhuhh!) Artikel bin ich gerade über zwei Links gestolpert, die wahrlich Alpträume bescheren: Keylogger,

  • als Hardware ab 47 € und so klein, dass ein Ausspionierter es nicht merken wird.
  • als Software erst ab 69,95 €, dafür mit dem schönen Namen Orvell.

Für alle, die Dich kennen, lieben und kontrollieren wollen. Oder die eine PIN brauchen, weil sie in Geldnot sind…

Das beste auf der Orvell-Seite aber ist: Neben dem ganzen Überwachungskram bieten sie auch einen Texteditor zum Verschlüsseln an.

"… das ideale Tool, um wichtige Notizen schnell und auf extrem einfache Weise zu sichern. Verbergen Sie damit Ihre Seriennummern, Passwörter, Telefonnummern und Alltagsnotizen an einem sicheren Ort."

Und das beste daran: Es ist Freeware!

Ich hoffe doch sehr, dass hier niemand ernsthaft daran glaubt, dass eine Überwachungsfirma ein kostenloses Verschlüsselungs-Tool für besonders vertrauliche Daten anbietet, ohne den eigenen Nutzen zu suchen!

Und was könnte der Nutzen für eine Firma sein, die Produkte wie "Orvell" anbietet?
- Richtig: Die haben die Technik, sich Deine Seriennummern, Passwörter usw. einfach per Mail zusenden zu lassen.

Eichen und Kalibrieren

13. Januar 2007, 15:27:41

Bild von einer Waage

“Gibt’s da einen Unterschied?” fragt der Physiker. “Klar”, sagt die Juristin, “das eine Wort kenne ich, das andere nicht.” Das mir unbekannte Wort Kalibrieren definiert die Wikipedia so:

“Beim Kalibrieren wird ein Messgerät überprüft und die Abweichung (Messtoleranzen) zu einem (bekannt richtigen) Standard oder Messaufbau bestimmt und dokumentiert/protokolliert, so zum Beispiel die Abweichung zum Ur-Meter in Paris (oder andere Referenznormale der PTB, NPL oder des DKD, UKAS usw.).”

Das allerdings sei vom Justieren zu unterscheiden:

“Beim Justieren wird die Anzeige eines Messgeräts korrigiert, also der gemessene/angezeigte Wert (der so genannte Ist-Wert) auf den richtigen Wert, den so genannten Soll-Wert, so gut als möglich korrigiert.”

Justiz hängt mit Justierung insoweit zusammen, als beide etwas”so gut als möglich” in den richtigen Zustand bringen wollen.

Während ich mir bei den naturwissenschaftlichen Begriffen mit der Wikipedia behelfen musste, kann ich beim Thema Eichen einfach auf das Eichgesetz zurückgreifen. Da steht drin, wer für das Eichen zuständig ist. Die Eichordnung regelt u.a., wie die Eichung durchgeführt wird:

“Die Eichung besteht aus der eichtechnischen Prüfung und der Stempelung eines eichfähigen Meßgeräts durch die zuständige Behörde.”

Bei der eichtechnischen Prüfung wird geguckt, ob die geltenden Eichfehlergrenzen eingehalten werden. (vgl. § 31 Abs. 1 EO) Anders gesagt: Die Abweichung des zu eichenden Gerätes Das zu eichende Gerät wird kalibiriert und mit der Grenze der Zulässigkeit verglichen. Die Eichfehlergrenzen sind in zahllosen Anlagen zur Eichordnung niedergelegt. Diese verweisen in weiten Teilen auf EU-Vorschriften. Man kann jedoch feststellen, dass zum Beispiel für Stoff- und Tapetenmessmaschinen eine Eichfehlergrenze von 0,3% (mindestens aber 20 mm) gilt. Weicht eine solche Messmaschine stärker ab, wird sie erst geeicht, nachdem sie justiert und erneut kalibiriert worden ist.

Gaspreise gucken

6. Januar 2007, 19:08:56

Jetzt, wo die Seite wieder erreichbar ist, hier mal der Link zu der Seite des Bundeskartellamtes, auf der die verschiedenen Preisvergleiche abgerufen werden können.
Die Preisvergleiche braucht man, um sich wirkungsvoll gegen Preiserhöhungen wehren zu können. Siehe hier.

Todesstrafe, Pöbel und Gerechtigkeit

3. Januar 2007, 17:30:23

Weltkarte der Todesstrafe
Quelle: Wikipedia
Weltkarte der Todesstrafe. Farbschlüssel:
Blau: Für alle Straftaten abgeschafft.
Hellblau: Für gewöhnliche Straftaten abgeschafft
(jedoch nicht in Kriegszeiten).
Grün: Seit mindestens 10 Jahren keine Anwendung.
Orange: Anwendung gegen Erwachsene.
Rot: Anwendung auch gegen Jugendliche.

Auch am vierten Tag nach seinem gewaltsamen Tod führt Saddam Hussein die Suchliste bei Technorati an:

  1. Saddam Execution Video
  2. Saddam
  3. Studivz
  4. Saddam Execution
  5. Saddam Video
  6. Saddam Hussein

Das erscheint mir so widerlich, dass es mich schon schüttelt. Gibt es wirklich Leute, die sich in ihrem Wohnzimmer hinsetzen und an dem Video aufgeilen? Also, ist das der Fortschritt, den die Menschheit seit dem Mittelalter gemacht hat?

amnesty international verurteilt die Hinrichtung im Wesentlichen aus zwei Gründen: Erstens, weil das Gerichtsverfahren unfair gewesen sei. Ich hatte bereits geschrieben, dass dem Gericht Verletzung des Gewaltenteilungsprinzips, unangemessen starke Förderung der Anklage und Fehler bei der Zeugenbefragung vorgeworfen werden. Auch der mangelnde Schutz der Verteidiger (drei von ihnen wurden im Laufe des Verfahrens ermordet) kann nicht zur Gerechtigkeit des Verfahrens beigetragen haben.
Die Schilderung des Staatsanwaltes von der Hinrichtung lässt auch Zweifel darüber aufkommen, welcher Staat denn Hussein hingerichtet hat. Zur Frage, wer die Hinrichtung gefilmt haben könnte, sagt er: "Ich weiß nicht, wie sie ihre Handys da hineinbekommen haben, weil uns die Amerikaner alle unsere Telefone abgenommen haben, sogar meines, das keine Kamera hat."

Zweitens ist amnesty international generell gegen die Todesstrafe. Gründe dafür sind vor allem die Unmöglichkeit, die Todesstrafe im Falle eines Justizirrtumes rückgängig zu machen, aber auch die Frage der Rechtfertigung: "Warum töten wir Menschen, die Menschen getötet haben? Um zu zeigen, dass es Unrecht ist, Menschen zu töten?"

Heute erfahren wir auch, dass die UNO ihren Kampf gegen die Todesstrafe aufgegeben hat, und diese Frage jedem Staat selbst überlassen will. Italien immerhin will weiterhin die europäischen Werte verteidigen und strebt ein Moratorium (=eine Aussetzung) gegen die Todesstrafe an.

Es gibt Grund, darüber zu schreiben: Zwei weitere, von demselben Gericht Verurteilte sollen morgen ermordet hingerichtet werden.

Noch ‘ne Petition ;-)

2. Januar 2007, 22:39:06

Aus dem Kamasutra

Die Deutsche Vereinigung für eine Christliche Kultur e.V. (DVCK) ruft mit dem Slogan Stoppt endlich BRAVO!!! zu einer Petition auf. Wer möchte, kann einen Appell an Bundesjugendministerin Dr. Ursula von der Leyen unterzeichnen. Mit diesem wird die Ministerin auf die Gräuel in dieser Zeitschrift hingewiesen und gebeten, gegen diesen Skandal etwas zu unternehmen.

Wir haben Meinungsfreiheit in Deutschland, das gilt für die DVCK, und das gilt auch für mich: *grins*

Das Grundrecht, eine Petition einzureichen beruht auf Artikel 17 Grundgesetz. Für Petitionen an den Bundestag gelten besondere Verfahrensgrundsätze, die hier schon mal Thema waren. Unter Punkt 2.3 steht da: "Keine Petitionen sind […] bloße Mitteilungen, Belehrungen, Vorwürfe, Anerkennungen oder sonstige Meinungsäußerungen ohne materielles Verlangen." Vielleicht ist Frau Dr. von der Leyen nicht so streng wie der Bundestag. Das muss man für die Christen hoffen, denn diese fordern in ihrem Schreiben:

Gegen diesen Skandal muß ernsthaft etwas unternommen werden. Deshalb bitte ich Sie, als zuständige Bundesministerin für die Jugendlichen in Deutschland, mit Ihrer Kompetenz das Möglichste zu veranlassen, damit diesem wahren Massaker an der Kindheit Einhalt geboten wird.

Ein konkretes Verlangen kann ich da nicht erkennen.