Trügerische Sicherheit

Ich wusste, dass man am Geldautomaten die ec-Kartendaten und die PIN auslesen kann. (Bilder von den Lesegeräten) (Update: Am 14. Dezember 2007 veröffentlicht heise-security eine ausführliche Schilderung von Manipulationen an ec-Geräten - je mehr Öffentlichkeit, desto größer die Hoffnung auf eine Anpassung der Rechtsprechung!)

Ich wusste auch, dass das Online-Banking nicht so sicher ist, wie wir das gerne hätten.

Insofern ist es keine Überraschung, dass man auch ein Bezahlsystem überlisten kann, das mit dem Fingerabdruck funktioniert. Das ARD-Magazin plusminus zeigt in einem kurzen Film, wie man mit einem fremden Fingerabdruck bezahlen kann. Die “technischen” Details gibt’s beim Chaos Computer Club.

Das Ganze ist nicht nur strafrechtlich relevant: Schließlich will der Geschädigte sein Geld zurück. Wenn der Schaden auf Verschulden der Bank beruht, oder auf einer grundlegenden Unsicherheit des Systems, dann kann er sich an die Bank oder den Systemanbieter wenden. Allerdings muss er dann nachweisen, dass er Opfer solcher Machenschaften geworden ist.

Im Fall der ec-Karten hat der BGH 2004 entschieden, dass bei einer Abhebung mit Eingabe der PIN der Anscheinsbeweis dafür spreche, dass die PIN mit der ec-Karte zusammen geklaut worden sein muss. Wenn der Kunde so doof war, diese gemeinsam aufzubewahren: Sein Pech. Da braucht man sehr viel Glück, um sein Geld trotzdem wieder zu bekommen, z.B. ein Alibi. Das gilt allerdings für den damaligen technischen Wissensstand. Bei geschicktem Vortrag könnte ein Anwalt heute ein günstigeres Urteil erwirken.

Ähnlich ist das mit den Fingerabdrücken: Auch hier könnte man im Wege des Anscheinsbeweises davon ausgehen, dass der Einkäufer der Kontoinhaber selbst gewesen ist. Dass die Fälschungsanfälligkeit so frühzeitig bekannt ist, könnte entsprechende Gerichtsverfahren beeinflussen und künftigen Opfern helfen, ihr Geld wieder zu bekommen.

Interessant ist die Info auch in Bezug auf die Relevanz der Fingerabdrücke im Pass und künftig im Personalausweis.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 28. November 2007 um 15:58:03 und abgelegt unter Allgemein, Strafrecht, Zivilrecht. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

15 Antworten zu “Trügerische Sicherheit”

  1. Andy meint:

    Und was sagt uns das? Irgendwie ist man vor nichts sicher. Wenn man selbst den Fingerabdruck fälschen kann. Wie haben die Menschen das früher bloß alle hinbekommen? Die müssen ja ständig ausgeraubt, beklaut oder betrogen wurden sein und niemals konnte man das nachvollziehen. Mensch haben wir ein Glück…

  2. Hamann meint:

    Es gibt ja sogar Geldautomaten-Attrappen, welcher über dem eigentlichen Geldautomat angebracht sind. Steckt man seine Geldkarte hinein, wird sie und die eingegebenen Daten einbehalten und anschließend eine Falschkarte als Kopier herausgegeben.
    Ganz schön fieser Trick.

  3. Paparazzi meint:

    Betrüger wird es wohl immer geben man muss halt etwas aufpassen und am besten zum Stammautomaten gehen da sieht man ja dann ob was anders ist.

  4. Daniel meint:

    Das ist leider das Problem…es wird immer Leute geben..die das aktuelle System..auch wenns weiter verbessert wird..knacken wollen :-(
    Wobei ein Leben ohne Online Konto..ginge auch :-) nur ohne Handy nicht mehr!

  5. Justina meint:

    Das mit der Geldautomaten- Attrappe habe ich auch in den Nachrichten gehört! Ist schon heftig, da denkt man, dass man durch die ganze Technik nun sicher ist und was geschieht, genau das Gegenteil! Wenn man sogar schon den Fingerabdruck fälschen kann! Das ist schon echt zu krass!

  6. Sandy meint:

    Naja, mir ist nie was passiert bisher. Es liegt oft auch einfach nur am Benutzer…

  7. Dascha meint:

    Das was heutzutage geschieht, ist einfacch nur schrecklich, man ist vor nichts und niemanden mehr sicher. Die Regierung sollte endlich mal was tun.

  8. Luftgucker meint:

    Auf Grund dieser Aufsätze, die PIN und Karte auslesen, benutze ich Bankautomaten außerhalb von Gebäuden nicht mehr. Da ich glaube, dass hier das Risiko höher ist. Habe mich damit auch schon soweit abgefunden.
    Ist jedoch schockierend zuhören, dass sogar neue Systeme direkt wieder geknackt werden.

  9. frEeSms meint:

    Äußerst erschreckend was nicht so alles möglich ist. Ich hoffe das wir wenigstens noch einige Monate sicher online einkaufen können, bevor die Gauner noch härter zuschalgen :-(

  10. Christian meint:

    Einfach nur schrecklich, aber wie erwähnt es wird immer irgendwelche Leute geben die es knacken werden nichts ist sicher.

  11. Hierzuhaben meint:

    In meinem Bekanntheitskreis wurde schon bei 5 Personen eingebrochen. Das ist echt eine starke Statistik. Ich bin schon dabei mir eine sichere Tür anzulegen.
    Ich möchte noch sagen, dass ich in Berlin lebe :)

  12. Teneriffa meint:

    Es ist ja aber auch mehr als leichtsinnig, sich auf die Technik zu verlassen.
    Das Beste ist wohl immernoch seine wichtigen Dokumente etc unterm Kopfkissen aufzubewahren. Was anderes fällt mir da spontan nicht ein ;-)

  13. Peter meint:

    Die Polizei erstellt extra Broschüren für diese Arten von Tricks und wie man sich da sichern kann. Sind echt nützlich, sollte sich mal jeder holen oder sich direkt informieren, denn treffen kann es ja jeden.

  14. Karolin meint:

    Man hat generell schlechte Karten, sein Geld wiederzusehen! Ich habe meine PIN aber im Kopf, die Polizei warnt seit 20 Jahren, dass man Kontodaten nicht im Portemonaie bei sich trägt! Die einzige sichere Form des Bankgeschäfts ist die Bearbeitung am Schalter, aber wer stellt sich schon in der Schlange an, wenn der Gang zum Geldautomaten viel bequemer ist! Ich untersuche das Gerät aber inzwischen immer auf falsche Tastaturen und Kartenaufsätze.

  15. Karsten meint:

    ich hebe zumindest fast immer nur in der Filiale mein Geld vom Girokonto, so dass ich denke, dass ich VEränderungen am Automaten mitbekommen würde. 100 % Sicherheit gibt dies aber auch nicht :(

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