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22. Dezember 2006, 21:53:50

Sehr geehrter Kunde!

Wir bedanken Sie fur Ihren Einkauf der Videosammlung in unserem Intimsalon. 399 euro auf Ihrer Kreditkarte wurden abgebucht. Die Quittung ist in der Anlage beigefugt. Der Artikel wird innerhalb 12 Stunden an Ihrer Adresse geliefert werden.

Wir hoffen, dass Sie viel Spass bei dem Fernsehen haben! Wir wunschen Ihnen frohe Feiertage!

P.S. Wenn Sie ein Rabatt haben mochten, bewahren Sie, bitte, die Quittung.

MfG,
Handelabteilung
der Intimsalon
Neckermann.de

Angehängt war eine Datei mit Namen empfangsschein.exe.

Dateien, die mit .exe enden, sind ausführbare Dateien!
Wenn man darauf klickt, startet ein Programm automatisch. Das kann ein Spiel sein oder ein Installationsprogramm für ein teures Einwahlprogramm oder ein Spionage-Programm.

Riester-Rentner müssen Antrag stellen!

13. Dezember 2006, 15:41:47

Wie berichtet, verschenken zwei Drittel der Berechtigten ihre Riester-Rente. Aber es kommt noch schlimmer: Die Zuschüsse werden nämlich nicht automatisch bezahlt, sondern nur, wenn man einen extra Antrag stellt. Für 2004 läuft die Antragsfrist am 31. Dezember 2006 ab. Und erst zwei Drittel der Riester-Sparer haben ihre Anträge gestellt.

Deshalb sollten wir alle vor Jahresende noch mal zu Bank/Sparkasse/Postbank gehen. Und

  • dafür sorgen, dass wir Riester überhaupt nutzen,
  • wenn wir es nutzen, den Antrag für 2004 stellen
  • und dann am besten den Dauerzulageantrag ausfüllen. Dann geht’s in Zukunft automatisch.

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband.

123simsen.com

12. Dezember 2006, 17:53:24

das ist mal wieder so ‘ne zwielichtige Firma mit seeehr interessanten AGBs (Allgemeinen Geschäftsbedingungen). Auf der Startseite steht:

Jetzt bis zu 100 SMS GRATIS sichern.

In § II c steht dann, dass das nur für den ersten Tag bis 24:00 Uhr gilt!
In dieser Zeit sind SMS kostenlos, und in dieser Zeit kann noch gekündigt werden.

Ab Mitternacht soll es dann teuer werden: 24 Monate lang 8 Euro, für das erste Jahr gibt’s gleich mal ‘ne Rechnung über 96 Euro!!!

Wie mir berichtet wurde, kommen dann Briefe mit heftigen Drohungen. Pfändung des Arbeitslosengeldes und so (geht gar nicht!). Wichtig ist immer: Vorsorglich den Vertragsabschluss widerrufen, sobald man davon erfahren hat. Am besten per Fax, weil man da ein Sendeprotokoll erhält, sonst per Einschreiben. “Vorsorglich” deshalb, weil meistens gar kein Vertrag zustande gekommen ist.
Ruhig bleiben. Wenn weiter Mahnungen kommen, und man unruhig wird, sollte man sich an eine Verbraucherzentrale wenden und notfalls zum Anwalt gehen. Vorher auf keinen Fall bezahlen! Im Internet gibt es für Jugendliche die Seite Dein Ding von der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Weitere Internet-Abo-Fallen listet Verbraucherrechtliches.de in den Ergebnissen einer Umfrage zu diesem Thema auf.

Update: Inzwischen kostet es neun Euro pro Monat.
Wenn man die AGBs ausdrucken will, muss man zunächst einen Screenshot machen. Den kann man dann ausdrucken.

Update: Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat extra für Jugendliche hier einige Tipps verlinkt, wie man mit solchen Firmen umgeht:

Rechtliche Infos stellt Verbraucherrechtliches.de in einer FAQ Internet-Vertragsfallen zur Verfügung.

Die Firmen sagen sich “Wenn nur jedeR zehnte so blöd ist, zu bezahlen, haben wir schon ein gutes Geschäft gemacht.” Deshalb vergleicht die Verbraucherzentrale Niedersachsen solche Firmen mit Straßenräubern. Lasst Euch von Kriminellen nicht einschüchtern! Nehmt die Aufregung jetzt als Erfahrung fürs Leben und lernt was draus!

Ach ja, noch mal: Wer wenig Geld hat, hat Anspruch auf Beratungs- und Prozesskostenhilfe. Das heißt, der Staat zahlt den Rechtsanwalt. Nähere Infos gibt’s beim zuständigen Amtsgericht!

Update #3: Die Seite wurde dahingehend verändert, dass jetzt (in schlecht lebarer Schrift, aber immerhin) schon auf der Startseite steht, dass die Sache Geld kostet. Wer jetzt noch reinfällt, hat nicht genau hingeguckt. Wer früher reingefallen ist, hat Beweisprobleme. Ich stelle mich aber als Zeugin zur Verfügung.

Update #4: Verbraucherminister Seehofer denkt darüber nach, vielleicht irgendwann einmal ein Gesetz gegen solche Abzocke zu machen. (Quelle)

Update #5: Die Rechnungs-E-Mails, die von denselbsen Anbietern gestern massenhaft verschickt wurden, enthalten einen Virus! (vgl. meinen Artikel dazu)

Mehr zum Thema: Kohle tanken und Mal wieder: Internetbetrug.

Datenschutz jetzt auch für Hartz-IV-Empfänger

11. Dezember 2006, 20:56:26

Die Datenschutzbeauftragten von Berlin und Brandenburg haben gemeinsam die Broschüre “Ratgeber zu Hartz IV” herausgebracht. Hier wird erläutert, was man sich als Hartz-IV-Empfänger gefallen lassen muss - und was nicht! Man kann die Broschüre als pdf-Datei herunterladen.

Jobcenter weiter schlampig

9. Dezember 2006, 20:04:43

Wenn in vielen Fällen die Jobcenter klein beigeben, wenn Bürger sich beschweren. Und wenn in den anderen Fällen von den Klagen noch ein Viertel Erfolg hat… dann könnte es sein, dass in vielen Fällen die Jobcenter nicht rechtmäßig handeln. (Quelle: Stuttgarter Nachrichten)

Die Jobcenter sind zuständig für die Auszahlung von Arbeitslosengeld 2 (auch Hartz IV genannt) und für die Vermittlung von Leuten, die Alg 2 bekommen. Da sind zwar auch ehemalige Studenten und Selbständige dabei, trotzdem werden sie meist “Langzeitarbeitslose” genannt.

Datenschutz auf der Festplatte

8. Dezember 2006, 14:39:53

“Ach, den alten PC, den brauch’ ich nicht mehr. Kannst Du gerne haben.”

Leute, die solche Sätze gerne hören, sind meist Leute, die sich gut mit Computern auskennen. Leute, die wissen, wie man auch einen alten, kleinen PC noch zum rennen kriegt. Leute, die wahrscheinlich auch ein Recovery-Tool haben.

Sowas interessiert Dich nicht? Schließlich löscht Du ja die runtergeladenen Pornoseiten, bevor Du den PC weiter gibst? Oder Du bist noch schlauer und hast sogar die Festplatte formatiert? Dein Kumpel macht dann eh Linux drauf?

Schön, Du hast Dich um Datenschutz bemüht. Doch mit einem solchen Programm (die gibt’s sogar kostenlos, muss man bloß runterladen), kann er sich trotzdem Deine alten Mails angucken. Oder die Rechnungen, die Du geschrieben hast. Oder Dein Tagebuch.

Zum Glück hast Du diesen Beitrag gelesen. Denn hier steht, dass es auch Erasure Software gibt. Zu deutsch: “Radiergummi-Weichware”. Mehrfach drüber laufen lassen!

An kostenlosen Programmen (!) empfiehlt die Wikipedia Erasure für Windows oder Wipe für Linux.

"Die Studenten müssen essen"

7. Dezember 2006, 21:25:50

Mensa TU Darmstadt Lichtwiese, 2004
Mensa TU Darmstadt

Die Mitgliederversammlung des Deutschen Studentenwerkes (DSW) und ihr Präsident, Prof. Rolf Dobischat, forderten gestern eine Verbesserung der finanziellen Bedingungen für Studierende auf mehreren Ebenen. Zunächst geht es um das BAföG, das nicht ausreiche, um den Lebensunterhalt während des Studiums zu sichern. “Der Bedarf eines Studierenden monatlich liegt zwischen 700 und 800 Euro, und zwar im unteren Bereich”, sagte Prof. Dobischat gestern im Deutschlandradio. Das BAföG decke maximal 30, 40 Prozent davon ab. Weitere Einkommenssäulen seien Studentenjobs und Zuwendungen der Eltern.

Die Bundesregierung strebt an, dass 2010 bereits 40 Prozent eines Jahrganges studieren sollen. “Die zusätzlichen Studierenden werden vor allem aus einkommensschwächeren Familien und dem Mittelstand kommen müssen - für sie ist das BAföG das beste Argument für ein Studium”, sagte Prof. Dobischat auf der Mitgliederversammlung des DSW. Deshalb müssten Bund und Länder Sofortmaßnahmen zur Verbesserung des BAföG ergreifen. Das DSW fordert, dass Freibeträge und Bedarfssätze zügig angehoben werden. Der Vermögensfreibetrag müsse auf 10.000 Euro steigen. Außerdem solle das BAföG an die Einkommensentwicklung gekoppelt werden. So wie es jetzt schon bei den Renten der Fall ist.

Wichtig ist dem DSW, einen sozialverträglichen Umgang mit den in vielen Bundesländern fälligen Studiengebühren zu finden. Diese Länder sollten im Rahmen des BAföG Sozialstipendien bereitstellen, damit trotz der Studiengebühren auch für Einkommensschwache ein Studium möglich bleibt. Außerdem müssten Migrantinnen und Migranten besser gefördert werden, sowie Studierende, die sich während des Studiums für ein Kind entscheiden.

Darüber hinaus fordert Prof. Dobischat mehr Geld für die Lehre an Hochschulen und kritisiert den geplanten Hochschulpakt als “völlig unzureichend”. Über den Hochschulpakt 2020 werden die Regierungschefs von Bund und Ländern nächste Woche entscheiden.

Doch auch für die Studentenwerke selbst will Prof. Dobischat mehr Geld: “Die Studenten müssen leben, die Studenten müssen wohnen, die Studenten müssen essen.” Die Studentenwerke bieten psychologische Beratung und Sozialberatung für Studierende an, informieren über Studium mit Behinderung und fördern kulturelle Aktivitäten der Studenten. Rund 180.000 Studierende wohnen preisgünstig in einem der Wohnheime, die von den deutschen Studentenwerken betrieben werden. “Abwechslungsreiche Speisen und Getränke zu günstigen Preisen, orientiert an den Grundsätzen einer gesunden Ernährung” (Eigenwerbung) bieten die Studentenwerke in 707 gastronomischen Einrichtungen mit insgesamt über 198.000 Plätzen an. Die Mahlzeiten werden von den Bundesländern bezuschusst.

Datenschnipsel

6. Dezember 2006, 22:19:31

Heute lauter kleine, feine Links zum Thema: “Warum sind Daten wichtig?”

Foto zu Orwells 1984 von nicalibre
Lizenz erfordert Namensnennung!

Zunächst mal die Waybackmachine. Die archiviert die Texte alter Websites. Auch wenn sie schon lange aus dem Netz genommen sind. Also schon vor Jahren. Dann kann man immer noch im Archiv von Wayback stöbern. Ich hab gerade selbst eine Reise in dei Vergangenheit gemacht und bin einigermaßen erschrocken… Es gibt zwei kleine Trostpflaster:

  1. Man muss eine Seite anmelden, damit sie archiviert wird.
  2. Man kann den Zugang durch robots.txt verhindern.

Und zwei kleine Haken an den Trostpflastern:

  1. Jeder kann eine Seite anmelden. Ich hab keine Ahnung, wer damals meine Hartz-IV-Site gemeldet hat. Ich wars jedenfalls nicht.
  2. Die robots.txt kann nur verändern, wer Zugriff darauf hat. Das ist meist der Administrator. Du bist nicht Admin der Site, auf der was schlechtes über Dich steht? - Pech für Dich.

Das war Web 1.0. Jetzt zum Web 2.0. RA Pohlen berichtet über einen norwegischen You-Tube-Fahrer, der bei rasender Fahrt unter anderem seinen Tacho gefilmt hatte. 240km/h bei erlaubten 100km/h. Weil er den Film ins Netz stellte, wurde er erwischt und musste 1.025 Euro Strafe zahlen. Und wie RA Pohlen schreibt, ist das kein Einzelfall.

Und jetzt natürlich noch - es darf nicht fehlen - zum ultimativen Web 2.0-Datenschutz-GAU-Thema des Jahres: Chris schreibt auf get-privacy, dass die Fotos noch immer ungesichert sind und beweist das auch. Ganz wie am Anfang des Skandals, noch bevor die ganzen anderen wüsten Sachen hochkamen …

Und damit keiner denkt, ich hätte bloß was gegen das StudiVZ: Olaf weist auf einen Fehler bei Unister hin. Es soll wohl sehr leicht sein, als ein anderer Nutzer zu agieren. Also zum Beispiel bei den Interessen von Lisa Müller anzugeben “Ich mag Sex-Telefonate mitten in der Nacht” oder so. Oder was Euch sonst so einfällt.
Ich höffe, es gibt keine Lisa Müller, ich meinte Martina Muster oder … ach, Ihr wisst schon, was ich gemeint hab’.

Ob die Waybackmachine wohl auch für soziale Netzwerke funktioniert?

Petition für Praktikantenlohn

5. Dezember 2006, 19:56:39

Die DGB-Jugend hat eine öffentliche Petition eingereicht. Ziel ist eine gesetzliche Trennung zwischen Ausbildungs- und Arbeitsverhältnissen, damit PraktikantInnen keine Arbeitsplätze mehr wegnehmen. Außerdem soll der Praktikantenlohn 300 Euro/Monat betragen, für Volontariate soll ein Mindestlohn von 7,50 Euro/Stunde eingeführt werden.

Die Online-Petition kann noch bis 9. Januar 2007 mitgezeichnet werden.

Aufklärung für Studenten

4. Dezember 2006, 23:13:51

Warum ist eigentlich Datenschutz so wichtig, dass wir uns ein extra Bundesdatenschutzgesetz leisten? Und diverse Datenschutzbeauftragte, die zum größten Teil der Staat bezahlt?

Anschaulich und - wie immer - angemessen brutal erklärt das Don Alphonso an der Blogbar.

Gerade die, die nicht verstehen, warum mir das einen Beitrag wert ist, sollten das lesen!